Sascha Rudloff – Kandidat für die Bezirksverordnetenversammlung

Liebe Reinickendorferinnen und Reinickendorfer,

mein Name ist Sascha Rudloff. Beruflich habe ich in den vergangenen Jahren ziemlich unterschiedliche Dinge gemacht. Ich war selbstständig im IT-Bereich, habe im Bürgerbüro eines Mitglieds des Abgeordnetenhauses gearbeitet und bin heute Geschäftsführer eines familiengeführten Unternehmens.

Dabei ging es selten nur um ein einziges Thema. Personal führen, Abläufe organisieren, Digitalisierung und IT, Immobilien betreuen und weiterentwickeln, manchmal auch schlicht dafür sorgen, dass etwas funktioniert, obwohl es auf dem Papier eigentlich ganz anders vorgesehen war.

Genau das prägt auch meinen Blick auf Politik.

Mich interessiert weniger, wie etwas theoretisch funktionieren sollte. Ich möchte wissen, wie es tatsächlich läuft. Wo hakt es? Wer muss miteinander reden? Und was muss passieren, damit aus einer guten Idee am Ende auch etwas wird?

Seit mehr als 15 Jahren engagiere ich mich kommunalpolitisch in Reinickendorf. In dieser Zeit habe ich mich mit vielen verschiedenen Themen beschäftigt und dabei eines immer wieder erlebt: Die besten Lösungen entstehen selten allein am Schreibtisch. Man muss Menschen zusammenbringen, unterschiedliche Interessen verstehen und manchmal auch sehr hartnäckig bleiben.

In der aktuellen Wahlperiode liegen meine politischen Schwerpunkte vor allem bei Sport, Kultur und Umwelt. Drei Themen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel miteinander zu tun haben. Für mich schon.

Darum kandidiere ich für die BVV:

Kommunalpolitik ist ziemlich konkret.

Ob der Sportplatz nutzbar ist, ein Verein Räume bekommt, der Park gepflegt wird oder ein Kulturangebot im Kiez erhalten bleibt, entscheidet sich nicht irgendwo weit weg. Vieles davon wird direkt im Bezirk entschieden.

Genau deshalb mache ich Kommunalpolitik.

Sport, Kultur und Umwelt werden gerne in getrennte Schubladen gesteckt. Ich halte davon wenig. Am Ende geht es bei allen drei Bereichen um die Frage, wie wir in Reinickendorf miteinander leben wollen.

Ein Sportverein ist eben nicht nur ein Ort, an dem Menschen Fußball spielen, schwimmen oder Leichtathletik betreiben. Vereine bringen Kinder, Eltern, Jugendliche und ältere Menschen zusammen. Vieles, was dort ganz selbstverständlich passiert, müsste der Staat mit erheblichem Aufwand ersetzen, wenn es dieses ehrenamtliche Engagement nicht gäbe.

Ähnlich ist es mit Kultur. Sie muss nicht immer die große Bühne sein. Manchmal ist es die Bibliothek um die Ecke, ein Konzert, eine kleine Ausstellung, ein Chor oder eine Initiative, die Menschen zusammenbringt. Auch das gehört zu einem Bezirk.

Und natürlich gehört dazu die Umgebung, in der wir leben. Unsere Wälder, Seen, Parks, Straßenbäume und Grünflächen sind ein wesentlicher Teil dessen, was Reinickendorf ausmacht.

Für mich ist die BVV deshalb Kommunalpolitik im ursprünglichsten Sinn. Wir kümmern uns um unseren Kiez, unsere Vereine, unsere Nachbarschaften und unsere öffentlichen Räume. Um Dinge also, die Menschen tatsächlich sehen und erleben.

Dabei habe ich wenig Interesse an politischen Glaubenssätzen, nur weil sie gerade zur eigenen Seite passen. Eine gute Idee wird nicht schlechter, nur weil jemand anderes sie zuerst hatte. Und ein Beschluss ist noch lange kein Erfolg, nur weil er irgendwann einmal beschlossen wurde.

Entscheidend ist die Umsetzung.

Politische Beschlüsse sind für mich deshalb ein Werkzeug. Nicht mehr und nicht weniger. Am Ende muss man draußen im Bezirk sehen können, dass sich etwas verändert hat.

Das sind meine Ziele:

Sport und Vereine stärken

Reinickendorf hat eine vielfältige Vereinslandschaft. Das ist ein großer Wert für unseren Bezirk, aber eben keiner, der sich von alleine erhält.

Vereine brauchen Sportanlagen, die tatsächlich genutzt werden können. Sie brauchen verlässliche Bedingungen und Ansprechpartner in der Verwaltung, die Probleme lösen helfen, statt Ehrenamtliche durch immer neue Zuständigkeiten zu schicken.

Denn wer nach Feierabend einen Verein führt, Jugendmannschaften betreut oder Veranstaltungen organisiert, hat meistens wenig Lust, zusätzlich Verwaltungslotse zu spielen.

Besonders wichtig ist mir deshalb, vorhandene Sportflächen zu erhalten und vernünftig weiterzuentwickeln. Wenn Vereine investieren müssen, wenn Sanierungen anstehen oder organisatorische Fragen auftreten, braucht es klare Zuständigkeiten und verlässliche Verfahren.

Und wir müssen über Geld reden.

Baupreise, Energie, Instandhaltung und laufender Betrieb sind teurer geworden. Das merkt jeder Sportverein. Trotzdem behandeln wir die Finanzierung von Sportinfrastruktur teilweise noch so, als hätten sich die Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre nicht verändert.

Sportanlagen brauchen deshalb eine stärkere und vor allem dauerhaft verlässliche Finanzierung. Nicht jedes Jahr aufs Neue hoffen, improvisieren und irgendwo Restmittel zusammensuchen. Das ist auf Dauer keine vernünftige Grundlage.

Kultur vor Ort ermöglichen

Kultur beginnt nicht erst an der Tür eines großen Museums oder Theaters.

Sie findet auch in Bibliotheken statt, in Musikschulen, bei kleinen Veranstaltungen, in Vereinen, Initiativen und an vielen Orten, die man wahrscheinlich nie in einem klassischen Kulturführer finden würde.

Gerade diese Angebote möchte ich stärken.

Kultur sollte nicht davon abhängen, ob jemand viel Geld hat oder quer durch Berlin fahren kann. Sie sollte auch dort stattfinden, wo Menschen leben.

Dazu gehört für mich, bestehenden Initiativen und Einrichtungen eine verlässliche Perspektive zu geben. Gleichzeitig sollten wir bei unseren eigenen Räumen etwas erfinderischer werden.

Wenn bezirkliche Gebäude, Vereinsräume oder andere öffentliche Einrichtungen zeitweise leer stehen, sollte man zumindest prüfen, ob dort weitere kulturelle oder gesellschaftliche Angebote möglich sind. Nicht überall geht das. Aber wahrscheinlich an mehr Orten, als wir heute nutzen.

Man muss dafür nicht jedes Mal ein neues Gebäude bauen. Manchmal hilft es schon, vorhandene Türen zu öffnen.

Umwelt pragmatisch schützen

Wer durch Reinickendorf fährt oder läuft, merkt schnell, wie grün unser Bezirk ist. Wälder, Seen, Parks, Kleingärten, Straßenbäume und die teilweise noch sehr gewachsenen Ortsteile gehören zu seiner besonderen Qualität.

Das möchte ich erhalten.

Umweltpolitik besteht für mich allerdings nicht darin, möglichst viele neue Ziele auf Papier zu schreiben. Wir haben inzwischen genügend Konzepte, Beschlüsse und Strategien. Entscheidend ist auch hier, was anschließend passiert.

Grünflächen müssen gepflegt werden. Bäume brauchen Schutz. Gleichzeitig müssen wir Stadtentwicklung ermöglichen und unseren Bezirk an veränderte klimatische Bedingungen anpassen.

Dabei gehört für mich auch Aufklärung dazu.

Eine Wiese muss beispielsweise nicht aussehen wie ein englischer Rasen, um gepflegt zu sein. Eine Fläche, auf der Wildblumen wachsen und die vielleicht ein bisschen weniger ordentlich aussieht, kann ökologisch deutlich wertvoller sein. Sie bietet Insekten Lebensraum, fördert Artenvielfalt und kommt oft besser mit Hitze und Trockenheit zurecht.

Das muss man allerdings erklären.

Wenn eine Fläche plötzlich anders gepflegt wird und niemand sagt warum, entsteht schnell der Eindruck: Da kümmert sich keiner mehr. Das ist verständlich. Gute Umweltpolitik besteht deshalb nicht nur aus Maßnahmen, sondern auch daraus, den Menschen zu erklären, was man tut und weshalb.

Bei neuen Projekten sollten ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen gemeinsam betrachtet werden. Nicht gegeneinander, sondern miteinander.

Denn Nachhaltigkeit funktioniert auf Dauer nur, wenn Lösungen auch praktisch funktionieren, finanzierbar bleiben und von den Menschen verstanden werden.

Sonst steht am Ende wieder ein schönes Konzept im Regal. Davon hat Reinickendorf wenig.

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