Der gesellschaftlichen Zusammenhalt bröckelt. Das Rezept dagegen ist einfach: Begegnung und Austausch. Doch dafür braucht es Orte. Also lassen Sie uns Orte schaffen, an denen wir alle zusammenkommen und in Kontakt treten. Lassen Sie uns in Frohnau einen echten Markt in die Mitte des Zentrums auf den Ludolfingerplatz holen!

Stellen Sie sich vor: Ein Samstagvormittag, der Ludolfingerplatz erfüllt von Stimmen, Düften, Musik. Ein dutzend Marktstände bietet frische Lebensmittel. Der Jugendtreff, sonst hinter dem Ludwig-Lesser-Park im Dachgeschoss versteckt, hat einen Stand, Kinder spielen. Die Kirche ist dabei, Vereine präsentieren sich, man kommt ins Gespräch. Der Musiker vom Paul-Poser-Platz sorgt mit seiner Gitarre für Stimmung. Man kauft ein, bleibt noch ein bisschen, trinkt ein Käffchen mit Nachbarn, plaudert, schaut den Boule-Spielenden im Sigismundkorso zu – und spürt, wie Frohnau zusammenkommt. Als Gesellschaft brauchen wir solche lebendigen Treffpunkte, an denen man keinen Eintritt bezahlen muss, um zusammenzukommen. Sie sind wichtig, um der oft beklagten gesellschaftlichen Vereinzelung und Polarisierung entgegenzuwirken. Solche Orte der Begegnung entstehen aber nicht von allein. Sie brauchen Raum, Offenheit und bewusste politische Entscheidung, sie zuzulassen.
Deshalb setze ich mich dafür ein, den verkümmerten Wochenmarkt aus seiner Randlage neben der S-Bahntrasse in die Mitte unseres Ortsteils zu holen – auf den Ludolfinger Platz. Frohnau hat die große Stärke eines klaren Zentrums – aber wir nutzen sie zu wenig. Ein Markt ist mehr als eine Ansammlung von Verkaufsständen. Er ist ein sozialer Ankerpunkt. Hier entstehen Gespräche, hier trifft man Bekannte, hier kommen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden. Solche Orte stärken das Miteinander ganz unmittelbar – und damit auch das Fundament unseres Zusammenlebens.
Gerade im Kontrast dazu wird deutlich, welchen Weg ich nicht gehen will. Am Zeltinger Platz hat der CDU-regierte Bezirk mit der Sanierung einen Raum geschaffen, der vor allem eines ist: ästhetisch, geordnet, fast museal. Eine Millionen Euro hat die Sanierung gekostet. Ein teurer Anblick. Sicher, das ist schön anzusehen. Aber Schönheit allein schafft kein Leben. Frohnau ist nicht Versailles – kein Ort, der allein durch seine perfekte Gestaltung wirkt, während die eigentliche Nutzung unklar bleibt.
Unser Glück: Wir haben zwei Plätze. Also lassen Sie uns den zweiten Platz zu einem lebendigen, nutzbaren Ort machen. Dass der Bedarf da ist, zeigt sich immer dann, wenn wir ihm Raum geben. Das Osterfeuer in diesem Jahr – nach sieben Jahren Pause mühevoll vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr zurück erkämpft – hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach gemeinschaftlichen Momenten ist. Der Kunst- und Handwerkermarkt zieht ebenso regelmäßig viele Menschen an. Immer dann, wenn etwas im Zentrum stattfindet, wird deutlich, was möglich ist.
Warum also nicht diesen Gedanken verstetigen? Ein Markt auf dem Ludolfinger Platz wäre kein einmaliges Ereignis, sondern ein wiederkehrender Treffpunkt. Ich bin überzeugt: Wenn wir den Mut haben, unser Zentrum neu zu beleben, gewinnen wir mehr als nur einen besseren Marktstandort. Wir gewinnen ein Stück Gemeinschaft zurück. Dafür trete ich an und ein.
