In den letzten Wochen fanden in Tegel wieder große Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen, wie in ganz Berlin, statt.. Die Menschen trugen dieses Banner vor sich her: „Tegel steht auf. Der größte Schaden entsteht durch eine schweigende Mehrheit, die sich fügt und alles mitmacht“.

„Eine Demonstration in Tegel?“ werdet ihr fragen. Jawohl, und zwar eine mit wachsenden Zahlen und ungutem Potential.

Einige von uns waren vor Ort und haben sich ein Bild der Demonstrierenden gemacht.  Das ist ein gemischter Haufen von „normalen“ Bürgern, AfD (einige AfD-BVV-Fraktionsmitglieder waren dabei) und anderen.

Interessanterweise haben sie den Zug von einem Kameramann begleiten lassen, der auch das Gefilmte kommentiert hat. Bemerkenswert war der Film, der anschließend ins Netz gestellt wurde und in dem dazu aufgerufen, ihn ganz schnell zu teilen „bevor die Zensur zuschlägt“. Die Gegendemonstrant:innen wurden gefilmt und mit dem Kommentar „wenigstens sind sie friedlich, das kennt man ja auch anders“ versehen, und es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass „die Freiheit verteidigt werden muss“.
Im Zug war auch eine ganze Gruppe von Menschen mit Helmen der Berliner Feuerwehr, teils mit sichtbaren Nummern (!).

Hier herrscht offensichtlich ein großer Mangel an politischem Wissen und an Wissen über demokratische Strukturen und Regeln. Die Plakate sind größtenteils absurd und genauso sind es in einer Umkehrung der Realität die Nazi-Rufe, die an die Gegendemonstrierenden (Omas gegen rechts, SPD, Grüne, LINKE u.a.) gerichtet waren.

Aber diese Proteste bekommen Zulauf. Politisch ist nicht alles rund gelaufen und viele Menschen sind nach zwei Jahren Pandemie verunsichert oder ermattet.
Deswegen ist es so wichtig, dass wir dagegenhalten und mit ihnen ins Gespräch kommen und über die Sache diskutieren: über die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, warum eine Impfung helfen kann und vor allem, warum es so wichtig ist, immer wieder auf die Tatsache hinzuweisen, dass wir in einer Demokratie leben!

Wir wollen solidarisch aus der Coronakrise kommen!

„Tegel steht auf“ hat die Demonstration bis Ostern für jeden Montag um 18 Uhr angemeldet. Bitte helft mit, dass die Mehrheit der Reinickendorferinnen und Reinickendorfer, die die Maßnahmen mitträgt und sich hat impfen lassen, davon weiß und dagegen laut wird. Sucht das Gespräch mit euren Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunden und Bekannten. Diskutiert mit Ihnen und klärt sie auf.

Wer an den kommenden Montagen an der Gegendemo teilnehmen möchte:

Treffpunkt ist 18 Uhr vor LEISER!

Also Ecke Gorkistraße/Berliner Straße.

Bitte bringt gerne Plakate mit und kommt vor allem zahlreich!
Corona darf nicht zum nächsten Treibsatz für Spaltung und Hetze in unserem Land werden.
Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft und für ein Miteinander ein! Und das wollen wir auch zeigen.

Ein Gedanke zu “Aufruf zur solidarischen und gemeinsamen Gegendemo an jedem Montag, 18 Uhr!”

  • Ich laufe regelmäßig bei den Montags-Veranstaltungen in Tegel gegen die Corona-Maßnahmen mit…dort sind keine Nazis und auch keine Verschwörer…vereinzeltze Spinner vielleicht, die aber völlig harmlos sind…die gibt es bei anderen Veranstaltungen aber auch. Freie Meinungsäußerung gehört nun einmal zu den verbrieften Grundrechten unseres Staates…man muss ja nicht einverstanden sein, aber wenn keine Kritik mehr an der Regierung zugelassen wird bzw. nur deren Position als gesellschaftlich akzeptabel deklariert wird, dann bewegen wir uns ganz schnell auf den Totalitarismus zu. Woher nimmt den die Regierung die Gewissheit, dass sie auf dem richtigen Weg ist? Die Entscheider der Regierung sind nicht schlauer als der Rest der Bevölkerung, auch wenn sie das vielleicht gerne denken. Und Demokratie heisst nicht, dass die Mehrheit ohne Rücksicht über die Minderheit entscheiden kann…sonst schafft man eine Ochlokratie. Die SPD hat in Deutschland zweifellos große Verdienste erzielt…aber nur weil man in der Vergangenheit das eine oder andere richtig gemacht hat, ist das kein Freibrief für die Zukunft…und die SPD täte gut daran – speziell in der aktuellen Lage – sich immer wieder zu fragen, ob der eingeschlagene Weg zum Ziel führt oder ob sich die Sachlage geändert hat, speziell wenn es um Fragen der körperlichen Unversehrtheit geht.

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