U-Bahn

Chance zur Verkehrswende aktuell verpasst.

„Das Märkische Viertel mit rund 35.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wartet sehnsüchtig auf eine großsiedlungstypische Schnellbahnanbindung“, erklärt Ulf Wilhelm (SPD), Umweltausschussvorsitzender der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf. In der Stunde kämen 35 Busse durch das Viertel und verschmutzten die Luft ebenso wie der sehr hohe Anteil an Autos in diesem Reinickendorfer Stadtteil.

Die SPD Reinickendorf favorisiert eine Verknüpfung von Heidekrautbahn und U8 am zukünftigen Regionalbahnhof Rosenthal. Auf diese Weise können die Bewohnerinnen und Bewohner des MV am Wochenende unbeschwert mit dem ÖPNV Ausflüge ins Umland machen. Werktags können Pendler aus den benachbarten brandenburgischen Landkreisen bis nach Wilhelmsruh mit der NEB fahren und dort in die S-Bahn in die Innenstadt umsteigen. Keinesfalls ist der Bau der U8 ins MV also eine Sackgasse!

„Am Regionalbahnhof Rosenthal könnte mit Parkplätzen für Pendler aus dem engeren Umland und einer Anbindung an die Straßenbahn ein Mobilitätsknoten entstehen“, erklärt Jörg Stroedter, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Bewohnerinnen und Bewohner des MV werden allerdings die Heidekrautbahn kaum Richtung Innenstadt nutzen wollen, da diese mit einem 1-Stundentakt hierfür nicht attraktiv ist und der Regionalbahnhof abseits der Großsiedlung am östlichen Rand liegt. Vor 2024 wird diese auch nicht  in Wilhemsruh enden, also keine direkte umsteigefreie Innenstadtanbindung bieten. Mit den Bahnhöfen Märkisches Zentrum und Eichhorster Weg in der ersten Ausbaustufe wird das gerade in Erweiterung befindliche Einkaufszentrum an den Schnellbahnverkehr direkt angeschlossen. Ebenso die weiteren neuen 200 Wohnungen am Fontane-Haus.

„Der neue U-Bahnhof Märkisches Zentrum wird künftig die neue Drehscheibe im Zentrum der Siedlung für den Einstieg in den ÖPNV“, bekräftigt Torsten Einstmann, Bundestagskandidat der SPD Reinickendorf. Weitere Busse fahren über den Dannenwalder Weg oder die Finsterwalder Straße, um im Rahmen der Feinerschließung die Fahrgäste zu den U-Bahnhöfen zu bringen. Der Wilhelmsruher Damm kann busfrei werden, wenn die Busverbindung nach Französisch Buchhholz über die Finsterwalder Straße führt. Die Expressbusse fahren in Wittenau dann künftig weiter zur Titiseestraße/Rollbergsiedlung. Diesen Vorschlag einer neuen Expressbusanbindung sieht übrigens der Senat im aktuellen Nahverkehrsplan ausdrücklich vor. Die Verkehrsverwaltung hat sich offenbar nur halbherzig mit der verkehrlichen Situation vor Ort vertraut gemacht.

„Wer sich mit den U-Bahnprojekten der Vergangenheit beschäftigt, wird feststellen, dass Straßenzüge wie der Wilhelmsruher Damm während der Bauzeit teilweise eingeschränkt werden“, so Ulf Wilhelm. „Auch der Eichborndamm war beim Bau der U8 zeitweise zwischen Alt-Wittenau und Oranienburger Str. nur eingeschränkt nutzbar. Eine Neubaustelle wird mit Betonelement abgedeckelt, nachdem Schlitzwände gesetzt wurden, so dass dann der Straßenverkehr rollt, während darunter der Tunnel weiter fertiggestellt wird. Wo ist hier das Problem?“

Neben dem U7-Verlängerungsprojekt ist auch eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) für die U8 zu erstellen. Die NKU wird durch ein Ingenieurbüro erstellt. In der Vergangenheit war dies durch das Verkehrsministerium vorgegeben das Büro Intraplan. Die Senatsverwaltung muss zügig anfangen für diese Verlängerungen die Aufgabenbeschreibung zu erstellen und das Büro Intraplan zu beauftragen. Gegebenenfalls können auch Fördermittel der EU zur Kofinanzierung eingeworben werden.

„Die Machbarkeitsstudie zur U8 war durchaus positiv, ebenso die zur U6. Dass diese Streckenerweiterungen zurückgestellt werden, ist absolut unverständlich. Die Verkehrssenatorin ist am Zuge nicht länger die notwendigen Investitionen in den U-Bahnbau zu blockieren“, so Jörg Stroedter, „Personale sind auch in der Verwaltung vorhanden. Einer personellen Verstärkung wird sich die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus nicht in den Weg stellen, wenn damit eine noch schnellere Bearbeitung eines neuen U-Bahnbauprogrammes verbunden ist. Die SPD wird hier jedoch genau hinschauen, da bereits der erfolgte Personalaufbau für den Straßenbahnneubau offenbar nicht effizient und konstruktiv verwendet wird.“

Derzeit werden die GVFG-Finanzierungsmittel des Bundes nur unterdurchschnittlich abgerufen, so dass das Bundesverkehrsministerium die Länder aufgefordert hat mehr und schneller zu bauen. „Berlin muss zügig U-Bahnprojekte planen, damit entsprechend Finanzierungsmittel auch für förderfähige Vorhaben beantragt werden können und diese Bundesmittel dann in Berlin wiedereingesetzt werden“, erklärt Torsten Einstmann. „Es gibt derzeit kein Neubauprojekt, bei dem Berlin GVFG-Bundesmittel erhält. Ein Versäumnis der grünen Verkehrssenatorin. Noch nicht einmal die aktuellen Straßenbahnprojekte werden hierüber finanziert.“

Die SPD setzt sich nicht nur in Reinickendorf für einen besseren ÖPNV und attraktive Schnellbahnverbindungen ein. In den Außenbezirken der Stadt müssen die Pendlerströme aus Brandenburg und die Ausflugsströme nach Brandenburg bürgerfreundlich und umweltverträglich gelenkt werden. Das ist nur mit intelligenten Verknüpfungen unterschiedlicher Verkehrsträger zu Mobilitätsknoten leistbar. Die U8-Verlängerung ins Märkische Viertel ist eine Chance zur Verkehrswende!

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