Endlich ist der Flughafen Tegel geschlossen – aber Lärm gibt es immer noch: Jetzt wird er durch Kleinflugzeuge verursacht.

Der Kreisvorsitzende der SPD Reinickendorf, Jörg Stroedter, sagt: „Bei allem Verständnis für die Hobbyflieger, die darauf gewartet haben, sich den Flughafen Tegel, den Tegeler See, die Havel usw. von oben anzuschauen: Für die Anwohnerinnen und Anwohner sind die Kleinflugzeuge weniger schön! Eine Mindestflughöhe von 300 Metern ist zu wenig. Neben der Lärmbelastung gibt es zudem sicherheitsrelevante Aspekte. Die überflogenen Gebiete sind dicht besiedelt, wir leben in einer Großstadt, und natürlich müssen wir an die öffentliche Sicherheit denken.“

Stroedter, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Obmann der SPD-Fraktion im Untersuchungsausschuss „BER II“ ist, berichtet, dass ihn  zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner gebeten hätten, sich für eine Änderung der Mindestflughöhe einzusetzen. „Ein Flugbeschränkungsgebiet wäre auch eine Möglichkeit. Es muss auf jeden Fall eine Veränderung der bestehenden Regelungen geben, damit die Lärmbelastung abnimmt und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet ist. Ich habe deshalb sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene die zuständigen Behörden angeschrieben und mich dafür eingesetzt. Es kann nicht sein, dass die Anwohnerinnen und Anwohner nachdem sie jahrzehntelang den Fluglärm des Flughafens Tegel aushalten mussten jetzt ein Ersatzprogramm durch die Kleinflugzeuge erhalten.“

Ein weiterer Lärmverursacher ist die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums, die nach wie vor am Flughafen Tegel stationiert ist. „Wie ich bereits mehrfach öffentlich erklärt habe, muss die Flugbereitschaft sofort zum BER umziehen. Alles andere ist eine Zumutung für alle Bürgerinnen und Bürger“, so Stroedter. „Diese Hinhaltetaktik des Bundes ist unglaublich! Ursprünglich sollte der Umzug der verbliebenen drei Helikopter nach der Eröffnung des BER erfolgen. Das war schon nicht nachvollziehbar. Dann hieß es Ende 2019 – als sich die Eröffnung des BER näherte – die Hubschrauber sollten sogar noch zehn Jahre lang bis 2029 in Tegel bleiben. Und jetzt soll sogar noch ein neues Terminal in Tegel und am BER gebaut werden, und der Umzug wird nochmals um mehrere Jahre verschoben. Warum? Einfach nur deshalb, weil der Flughafen Tegel bequemer zu erreichen ist. Die enormen Kosten für ein neues Terminal und die weiter andauernden Belastungen der Anwohnerinnen und Anwohner durch Lärm und Dreck spielen offensichtlich keine Rolle!“

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